Ein paar Gedanken zum aktuellen Marktgeschehen

Der Iran-Krieg hat die Börsen einmal durchgeschüttelt. Trotz aller Unsicherheiten sollten Anleger aber besonnen bleiben.

Sascha Mohaupt

3/30/20262 min lesen

gray warship on body of water
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Der Iran-Krieg drückt die Aktienkurse

Seit gut einem Monat greifen Israel und die USA den Iran massiv an. Dieser verteidigt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten und erzielt dabei mehr Erfolge, als es viele für möglich gehalten haben. Zudem präsentiert sich das iranische Regime fester im Sattel als erhofft - von einem Regimewechsel als Kriegsziel sind die Angreifer inzwischen abgerückt. Überhaupt ist nicht ganz klar, worin die Kriegsziele überhaupt bestehen.

Bekanntlich mögen Börsen keine Unsicherheiten. Das hat die Aktiekurse unter Druck gesetzt. Der DAX ist innerhalb eines Monats von rund 25.000 auf etwa 22.000 Punkte abgesackt.

Ölpreis und Trump sorgen für kurzfristige Kursbewegungen

Seit Kriegsbeginn ist der Ölrpes erheblich angesteigen und dürfte auch nach Kriegsende nicht so schnell wieder auf das alte Niveau zurückkehren. Die starken Kursschwankungen des "schwarzen Goldes" korrelieren zudem kurzfristig stark mit den Bewegungen der Aktienmärkte.

Der zweite große, kurzfristige Einflussfaktor auf die kurzfristige Entwicklung der Börsen sind die Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Dass die Märkte (immer noch) derart an Trumps Lippen hängen, überrascht mich ehrlich gesagt schon etwas. Schließlich gilt der US-Präsident nicht gerade als Musterbeispiel für Zuverlässigkeit und Wahrheitstreue. Die einzige Kontinuität liegt leider in seiner Unbeständigkeit. Mal wird dem Iran die "Hölle auf Erden" angedroht, am nächsten Tag ist der Frieden wieder nahe. Anleger wären gut beraten, diesen Aussagen weniger Beachtung zu schenken.

"Politische Börsen haben kurze Beine" - auch dieses Mal ?

In der Vergangenheit waren solche „Schocks“ für die Aktienmärkte als nicht von langer Dauer herausgestellt und im Nachhinein stellten sie sich allesamt als günstige Einstiegsgelegenheiten heraus. Gerne zitieren Börsianer die Weisheit „Politische Börsen haben kurze Beine“. Die Frage lautet natürlich - ist das auch dieses Mal der Fall?

Natürlich gibt es Faktoren, die zu denken geben. Beispielsweise die Zerstörung von Energie-Infrastruktor im Iran selbst und in den Golfstaaten durch iranische Angriffe. Hinzu kommt die Blockade der Straße von Hormus und die Frage, ob der Iran diese nach Kriegsende wieder vollständig öffnen wird.

Aber die Aktienmärkte haben in der Vergangenheit so oft bewiesen, dass sie in der Lage sind solchen Widrigkeiten zu trotzen. Ich bin daher zuversichtlich, dass sich die Börsen schon vor dem Kriegsende von ihren Tiefständen lösen können. Selbstverständlich lässt sich nicht zuverlässig prognostizieren, wie lange und wie weit es kurzfristig runtergeht, doch dies ist für den Börsenerfolg auch zweitrangig.

Außerdem sollten Anleger nicht gleich neue Höchstkurse in den Wochen nach Kriegsende erwarten. Es könnte durchaus sein, dass die einige Monate oder gar bis nächstes Jahr dauern wird. Für langfristig orientierte Anleger sollte dies aber ohnehin eine untergeordnete Rolle spielen.

Entscheidend ist es letztlich, gute Aktien zu attraktiven Kursen zu kaufen und dazu bietet das aktuelle Niveau einige Gelegenheiten für langfristig orientierte Anleger.

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Rechtlicher Hinweis: Diese Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Für Richtigkeit und Vollständigkeit sowie für eventuelle Vermögensschäden wird keinerlei Haftung übernommen.